Schon eine Idee?
Projektkonditionen für Unternehmen, Fachkunden und Planungsbüros
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Zwei Textilmembranen, in einen umlaufenden Aluminiumrahmen gespannt: mehr Konstruktion hat die Void Chair nicht, und mehr braucht sie laut ICF nicht. Der Rahmen ist das tragende Element und läuft als Perimeter um Sitz und Rücken; in ihm hängt eine doppelte Textilmembran, die den dreidimensionalen Sitz und die Lehne bildet und den Körper durch Zug und Elastizität stützt. Wer einen Bürodrehstuhl mit Membran sucht, bekommt hier die Membran nicht als Netz auf einem gewöhnlichen Stuhl, sondern als den Stuhl selbst.
Zu sehen ist alles. ICF lässt Rahmen, Membran und Verbindungen offen, der Bau gehört zum Ausdruck; Khodi Feiz hat ihn 2026 entworfen, ICF hat ihn auf der Orgatec in Köln als eine von vier Neuheiten gezeigt. Die Bespannung gibt es in drei Lesarten: nackte Strukturmembran, schlankes Soft Pad oder vollständig bezogen; was sich ändert, sind Haptik und Optik, nicht der Aufbau darunter.
Die Basis entscheidet zuerst, fest oder drehbar; dann folgen die Höhe der Rückenlehne, die Armlehnen und der Bezug. Am Arbeitsplatz steht sie drehbar, am Tisch, wo sonst Stühle für den Besprechungsraum stehen, fest, im Chefbüro mit höherer Lehne, im Homeoffice; welche Ausführungen bestellbar sind, legt ICF im endgültigen Produktprogramm fest. La Mercanti erklärt dem Einkauf den Aufbau am Stuhl selbst: Rahmen, Membran, Verbindungen, alles sichtbar, nichts zu öffnen.
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Die Haptik und die Optik, sagt ICF, nicht das Prinzip. Die Strukturmembran in ihrer reinsten Form lässt den Blick durch die Lehne hindurch und legt die Hand direkt auf das straffe Textil; das schlanke Soft Pad legt eine dünne Schicht dazwischen; die vollständig bezogene Ausführung schließt die Fläche, in den von ICF veröffentlichten Bildern mit sichtbarer Naht am Rand. Unter allen dreien hält derselbe Rahmen dieselbe Membran. Wer also zwischen den dreien wählt, wählt, wie der Stuhl sich anfühlt und wie geschlossen er im Raum wirkt, nicht, wie er stützt.
ICF nennt für die Familie unterschiedliche Armlehnentypen, ohne sie im Einzelnen zu beschreiben. Die veröffentlichten Bilder zeigen drei Antworten: einen geschlossenen Ring aus poliertem Aluminium, der hinter dem Sitz in den Rahmen eingreift, eine offene T-Form, und den Stuhl ganz ohne Armlehnen, etwa auf dem Vierbein-Gestell. Welche Variante mit welcher Basis bestellt werden kann, entscheidet das endgültige Produktprogramm von ICF; die Bilder sind eine Vorschau, kein Bestellblatt.
ICF sagt ja und begründet es mit der Form: essenziell, aber nicht neutral. Wenn ein Stuhl aus wenigen Elementen besteht, zählt jedes Detail mehr, eine Krümmung, das Verhältnis von Fläche und Leere, eine Oberfläche, eine Farbe können den Charakter des Ganzen verändern. Die Machart bleibt sofort erkennbar, ohne eine ausschließlich technische Ästhetik aufzuzwingen, und genau deshalb kann die Void nach Angabe von ICF in professionellen, privaten und Hospitality-Räumen stehen und dabei dieselbe bleiben. Für ein Hotel heißt das: derselbe Stuhl, der im Büro steht, ohne dass er dort anders gelesen wird.
Die Formulierung stammt von der Seite, mit der ICF seine Rückkehr auf die Orgatec 2026 ankündigt: mit Feiz Design Studio entworfen, definiere die Void das Sitzen durch einen minimalistischen architektonischen Ansatz neu. Architektonisch ist daran, dass der Stuhl wie Architektur gelesen werden will, ein Perimeter, der einen Raum umschließt, und eine Fläche, die ihn schließt, mit Leichtigkeit, Elastizität und Bewegungsfreiheit als Ergebnis. Minimalistisch ist, dass das Überflüssige wegfällt, um das zu stärken, was zählt. Darum findet man an der Void nichts, was man verstecken müsste.
Khodi Feiz, eigentlich Khodayar Feiz, ist im Iran geboren und in den Vereinigten Staaten aufgewachsen; sein Studium hat er an der Syracuse University abgeschlossen. 1990 ging er in die Niederlande zu Philips Design, 1998 gründete er in Amsterdam mit der Grafikdesignerin Anneko Feiz-van Dorssen das Feiz Design Studio, und 2014 wurde er Art Director von Artifort. Zu den Auftraggebern, die das Studio nennt, gehören Alessi, Artifort, Cappellini, Logitech, Philips und Samsung.
Soft Pad und vollständig bezogene Void haben eine Stoffoberfläche, und für Stoff gelten bei ICF andere Regeln als für die nackte Membran. Fünf Schritte aus der Materialanleitung, ohne Wasser und ohne Bürste.
Staub auf der bezogenen Void Chair nimmt man mit dem Staubsauger und der Polsterdüse ab; ICF empfiehlt, die Düse bei Bedarf mit einem weichen Tuch zu bedecken, damit sie das Gewebe nicht aufraut. In ruhigen Bahnen über Sitz und Lehne, ohne Druck. Das ist die Pflege für den Alltag, und für einen Stoffbezug ist sie fast die ganze Pflege.
Keine Bürste, und schon gar keine rotierende Bürste: Sie reibt die Fasern auf und erzeugt Pilling, kleine Knötchen, die aus einem glatten Bezug einen abgenutzten machen. ICF schließt das Bürsten für Stoff ausdrücklich aus, anders als bei der Netzfläche der nackten Membran, für die eine weiche Bürste erlaubt ist. Wer beide Ausführungen im Haus hat, sollte das dem Reinigungsdienst getrennt sagen.
Ein Fleck wird sofort behandelt, mit einem speziellen Trockenreiniger für Textilien, so steht es in der Anleitung von ICF. Sofort heißt: bevor er in das Gewebe einzieht und antrocknet. Den Reiniger vorher an einer verdeckten Stelle testen, etwa an der Unterseite des Sitzes, und erst dann auf den sichtbaren Bereich gehen.
Auf den Stoffbezug der Void gehört weder Wasser noch eine wässrige Lösung. ICF schließt beides für Textil ausdrücklich aus: jede Flüssigkeit kann das Gewebe dauerhaft beschädigen, so die Pflegeanleitung. Die Regel überrascht, weil sie für die nackte Membran umgekehrt lautet, dort wird mit Wasser gereinigt und gespült; sie gilt genau deshalb, weil der Bezug ein anderes Material ist als die Membran.
Lösungsmittel und Reiniger auf Erdölbasis bleiben vom Bezug fern, so ICF. Die Anleitung nennt sie ohne Ausnahme. Was bleibt, ist kurz: absaugen, bei Flecken Trockenreiniger, sonst nichts. Wer diese drei Zeilen in das Reinigungsprotokoll des Gebäudes schreibt, hat die Pflege des Bezugs vollständig geregelt.