Theater- und Hörsaalbestuhlung

Eine Theaterbestuhlung wird einmal geplant und dann zwei, drei Jahrzehnte lang jeden Abend geprüft – vom Publikum, vom Brandschutz und von der Akustik des Saals. Deshalb beginnt sie nicht beim Sessel, sondern beim Raum: Steigung, Sichtlinien zur Bühne, Reihenabstände und Rettungswege legen fest, welche Sitze überhaupt in Frage kommen. Wer früh mit Architekten, Brandschutzplanern und Bühnentechnik spricht, vermeidet, dass ein schöner Sessel am Ende nicht in den Raster der Reihen passt. Die Bestuhlung ist Teil des Raums, nicht seine Möblierung.

Für Stadthallen, Hörsäle und Kongresszentren entscheiden drei Nachweise über die Ausschreibung: das Brandverhalten des kompletten Sitzes (Bezug, Polster und Träger zusammen geprüft), die Gebrauchsstufe nach EN 12727 für fest montierte Zuschauersitze und die geprüfte Zahl der Zyklen der Klappmechanik. Dazu kommt, was im Alltag zählt: Ersatzteile pro Bauteil, Reihen- und Platznummerierung, Bezüge, die eine Saison mit Vollbelegung überstehen.

Wir stellen italienische Hersteller zusammen, die solche Säle seit Jahrzehnten ausstatten, darunter Lamm. Für Unterrichtsräume mit Schreibflächen und flexibler Möblierung gibt es eigene Hochschul- und Schulmöbel.

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Häufige Fragen

Welchen Brandschutznachweis braucht ein Theatersessel für eine Versammlungsstätte?

Entscheidend ist der Nachweis für den kompletten Sitz, nicht für den Stoff allein. In Versammlungsstätten wird für Polstersitze in der Regel mindestens »schwer entflammbar« verlangt – nach DIN 4102 die Klasse B1 oder die entsprechende Klasse nach EN 13501-1. Fordern Sie bei uns den Prüfbericht des Herstellers für die Kombination aus Bezug, Polster und Träger an und gleichen Sie ihn mit der Auflage Ihrer Baugenehmigung ab. Ergänzend belegt EN 1021-1/2 die Zündbarkeit der Polsterung, ersetzt aber keinen Nachweis zum Brandverhalten.

Was bedeutet die Gebrauchsstufe nach EN 12727 bei der Ausschreibung?

EN 12727 prüft fest montierte Zuschauersitze in vier Stufen: Sitz, Rückenlehne, Armlehnen und Klappmechanismus werden je nach Stufe unterschiedlich hart belastet. Für einen öffentlichen Saal mit häufiger Belegung sollte die Ausschreibung die Stufe nennen, nach der geprüft wurde, und den Prüfbericht verlangen. Die Norm ist auch in EN 13200-4 für Zuschaueranlagen aufgegriffen. Eine Stufe ohne Bericht ist eine Behauptung, keine Eigenschaft.

Wie werden Reihenabstand, Gänge und Nummerierung für die Rettungswege geplant?

Am Grundriss und am Schnitt des konkreten Saals, nicht am Katalog. Reihenabstand, Sitzbreite und die Anzahl der Plätze zwischen zwei Gängen hängen zusammen und werden mit dem Brandschutzkonzept und der Genehmigung abgestimmt. Die Platz- und Reihennummerierung gehört von Anfang an in die Planung: Sie bestimmt, wo Gangleuchten, Rollstuhlplätze und Wechselplätze liegen. Wer das zuletzt klärt, verschiebt am Ende ganze Reihen.

Warum klingt ein Saal mit leeren Sitzen anders als ein voll besetzter?

Weil Publikum Schall schluckt und harte Sitze es nicht tun. Ein gut ausgelegter Polstersitz absorbiert im leeren Zustand annähernd so viel wie ein besetzter Platz, sodass Proben und Vorstellungen gleich klingen. Fragen Sie nach Messwerten der Schallabsorption des Sitzes, idealerweise mit hochgeklapptem Sitz, und stimmen Sie die Wahl mit der Raumakustik ab. Das spart später Korrekturen an Wänden und Decke.

Eine Theaterbestuhlung anfragen: in vier Schritten vom Saal zum Angebot

Ein belastbares Angebot für eine Theaterbestuhlung entsteht aus den Daten des Saals und den Auflagen der Genehmigung. Mit diesen vier Schritten erstellen wir ein Angebot, das Sie direkt vergleichen und prüfen können.

Saal aufnehmen: Grundriss, Schnitt und Bühnenkante

Stellen Sie Grundriss und Schnitt mit Steigung, Stufenhöhen und Bühnenkante bereit, dazu Fotos des Bestands. Bei einer Sanierung zählen auch die vorhandenen Befestigungspunkte im Boden: Sie entscheiden, ob Sitze auf der Stufe, an der Setzstufe oder auf einem Balken montiert werden.

Platzzahl, Reihen und Gänge festlegen

Nennen Sie die gewünschte Kapazität, die Rollstuhlplätze mit Begleitplatz und die Lage der Gänge. Daraus ergibt sich der Reihenabstand. Stimmen Sie diese Eckdaten mit dem Brandschutzkonzept ab, bevor Modelle verglichen werden. Planen Sie dabei auch Plätze für Begleitpersonen und eine Reserve für spätere Umbauten ein.

Nachweise in die Anfrage schreiben

Verlangen Sie den Prüfbericht zum Brandverhalten des kompletten Sitzes, die Gebrauchsstufe nach EN 12727 mit Bericht und die geprüften Zyklen der Klappmechanik. So vergleichen Sie Nachweise statt Prospekte. Legen Sie fest, in welchem Format die Berichte einzureichen sind, damit die Wertung der Angebote nachvollziehbar bleibt.

Bezüge, Nummerierung und Akustik definieren

Legen Sie Bezugsmaterial und Farben, die Art der Nummerierung und eventuelle Schreibtablare fest. Bitten Sie um Werte zur Schallabsorption des Sitzes und um eine Ersatzteilliste je Bauteil – sie bestimmt die Kosten der nächsten zwanzig Jahre. Ein Mustersitz im Saal hilft, Farbe und Licht vor der Bestellung zu prüfen.