Großraumbüro & Workstation: Arbeitsplätze mit System
Benching, Bürodrehstühle, Akustik und Zonierung als ein System — ein Großraumbüro, das konzentriertes Arbeiten wirklich ermöglicht.
Das Großraumbüro hat in Deutschland einen schweren Stand — und meist zu Recht: zu dicht gestellt, akustisch unbehandelt, geplant für den Quadratmeterpreis statt für die Arbeit. Dabei ist der Rahmen klar: Die Arbeitsstättenverordnung mit ihren Technischen Regeln definiert Flächen, Bewegungsräume und Lärmgrenzen, und der Betriebsrat redet bei der Gestaltung mit. Ein offener Grundriss, der beides ernst nimmt, ist kein Kompromiss — er ist planbar. Hinzu kommt seit dem Homeoffice eine neue Größe: Dienstag bis Donnerstag ist die Etage voll, Montag und Freitag halb leer, und ein Großraumbüro, das auf den Durchschnitt geplant wurde, versagt an zwei Tagen der Woche und wirkt an drei Tagen verlassen.
Ein Arbeitsplatz im Open Space ist ein System aus Tisch, Stuhl, Akustik und Zonierung — keine Möbelreihe. Benching-Systeme mit durchdachter Elektrifizierung, Bürodrehstühle für den ganzen Arbeitstag, Stauraum als Raumteiler, absorbierende Flächen dort, wo der Schall entsteht, Schließfächer, die dem Desk Sharing ein Zuhause geben. La Mercanti plant Großraumbüros und Workstations als vollständige Umgebungen mit italienischen Systemmöbeln — abgestimmt auf Grundriss, Belegung und Arbeitsweise. Senden Sie uns den Grundriss; Sie erhalten ein Konzept, das im Alltag trägt.
Die Methode ist dieselbe für die Steuerkanzlei mit zwölf Arbeitsplätzen und die Konzernetage mit zweihundert: erst die Wege und die Lärmquellen, dann die Zonen, zuletzt die Möbel. Wer bei den Möbeln beginnt, bekommt einen Grundriss, der in der Präsentation überzeugt und im Alltag ermüdet. Wer bei den Abläufen beginnt, bekommt eine Etage, die die Beschäftigten auch an den Tagen aufsuchen, an denen sie zu Hause bleiben könnten — und das ist heute der einzige Maßstab, an dem sich ein Großraumbüro messen lassen muss.
Inspirationen
Häufige Fragen
Wie viel Fläche braucht ein Arbeitsplatz im Großraumbüro nach deutschen Vorschriften — und wie viel braucht er wirklich?
Die Technische Regel ASR A1.2 nennt als Orientierung für Großraumbüros 12 bis 15 Quadratmeter je Arbeitsplatz — deutlich mehr als im Zellenbüro, weil Verkehrswege, Abstände und akustische Puffer mitzählen. Wer diese Zahl als Verhandlungsmasse behandelt, spart am falschen Ende: Unter der Vorgabe leidet zuerst die Konzentration, dann die Fluktuation, zuletzt die Genehmigungsfähigkeit. Die ehrliche Antwort auf die zweite Frage lautet: Die Fläche allein sagt wenig. Fünfzehn schlecht zonierte Quadratmeter sind lauter als zwölf gut geplante — mit Stauraum als Puffer, Absorbern über den Köpfen und Rückzugsräumen in Reichweite. Erst die Kombination aus regelkonformer Fläche und geplanter Zonierung macht aus Quadratmetern Arbeitsplätze. Und wenn durch hybrides Arbeiten weniger Tische gebraucht werden, gehört die frei werdende Fläche nicht an den Vermieter zurück, sondern in das, was fast jedem deutschen Großraumbüro fehlt: Telefonboxen, kleine Besprechungsräume, ein Stehtisch für das kurze Gespräch.
Welche Rolle spielt der Betriebsrat bei der Umgestaltung zum Open Space — und wie bindet man ihn produktiv ein?
Eine größere, als viele Projektpläne vorsehen. Fragen der Arbeitsplatzgestaltung berühren den Gesundheitsschutz — und damit die Mitbestimmung nach dem Betriebsverfassungsgesetz. Ein Umbauprojekt, das den Betriebsrat erst bei der Möbelauswahl informiert, riskiert Stillstand in der teuersten Phase. Die produktive Reihenfolge ist die umgekehrte: den Betriebsrat in die Bedarfserhebung holen, bevor der Grundriss steht; die Kriterien — Akustikziele, Flächen je Arbeitsplatz, Rückzugsräume — gemeinsam festschreiben; und eine Pilotfläche einrichten, auf der ein echtes Team wochenlang arbeitet, bevor der Rollout beginnt. Ein Betriebsrat, der die Pilotfläche mit abgenommen hat, ist beim Rollout kein Risiko mehr, sondern der glaubwürdigste Fürsprecher des Projekts. Dasselbe gilt für die Fachkraft für Arbeitssicherheit und die Gefährdungsbeurteilung: Wer beide in der ersten Sitzung am Tisch hat, spart die Runde am Ende, in der der fertige Plan noch einmal aufgeschnürt wird.
Desk Sharing nach der Homeoffice-Ära: Welche Quote funktioniert in deutschen Büros?
Die, die aus den eigenen Zahlen kommt — nicht aus dem Benchmark-Vortrag. Der belastbare Weg: mehrere Wochen reale Anwesenheit erheben, den Spitzentag der Woche identifizieren (in Deutschland meist Dienstag oder Donnerstag) und die Quote auf diesen Spitzentag plus Reserve auslegen, nicht auf den Durchschnitt. Wer auf den Mittelwert plant, produziert jeden Dienstag eine Stuhlsuche — und die kostet mehr Vertrauen, als das Desk Sharing an Fläche spart. Genauso wichtig ist die Ausstattung, die das Teilen zumutbar macht: Schließfächer für persönliche Dinge, höhenverstellbare Tische, die sich in Sekunden anpassen, Monitore mit einheitlichen Anschlüssen an jedem Platz, klare Clean-Desk-Regeln — und Team-Nachbarschaften, in denen man an seinen Bürotagen bei den Kollegen sitzt und nicht neben Fremden. Desk Sharing scheitert selten an der Quote — es scheitert an fehlenden Spinden und an Tischen, die sich niemand einstellen mag.
Wie hält man die Lärmbelastung im Großraumbüro im zulässigen — und im erträglichen — Rahmen?
Die Regel setzt die Obergrenze, die Planung entscheidet über den Alltag. Für überwiegend geistige Tätigkeiten nennt die ASR A3.7 als Zielwert maximal 55 dB(A) — ein Wert, den ein unbehandeltes Großraumbüro im Betrieb regelmäßig reißt. Erträglich wird ein offener Grundriss durch drei Maßnahmenebenen, in dieser Reihenfolge: Zonierung (laute Funktionen gebündelt und von konzentrierter Arbeit getrennt, Stauraum und Regale als Schallgrenzen), Absorption (Deckensegel, Wandabsorber und Schirme dort, wo gesprochen wird — nicht dekorativ verteilt), und Verhaltensregeln, die erst funktionieren, wenn die Architektur sie unterstützt: Der Appell, leiser zu telefonieren, ersetzt keine Telefonbox. Wer die drei Ebenen zusammen plant, braucht von jeder weniger. Verlangen Sie von den Herstellern gemessene Absorptionswerte statt Adjektive, und legen Sie den Hauptweg nicht zwischen zwei Tischreihen: Der Schritt auf hartem Boden ist die Lärmquelle, die niemand einplant und alle um drei Uhr nachmittags hören.
Wie plant man ein Großraumbüro für Anwesenheit von Dienstag bis Donnerstag?
Für die vollen Tage planen, für die leeren Tage möblieren. Mittwochs muss jede anwesende Person einen Platz finden, ohne herumzustehen; freitags darf dieselbe Etage nicht wie eine stillgelegte Halle wirken. Die Antwort sind Nachbarschaften: kleine Gruppen von Arbeitsplätzen mit eigenen Schließfächern und einem Besprechungstisch, die ein Team an seinen Bürotagen belegt — so verteilen sich leere Plätze über die Etage, statt sich an einem Ende zu sammeln. Viele deutsche Unternehmen legen inzwischen Ankertage je Abteilung fest, damit sich die Spitze über die Woche verteilt, statt auf zwei Tage zu fallen; die Flächenplanung sollte diese Regelung kennen und nicht gegen sie arbeiten. Die Zahl der Tische bemisst sich an der Spitzenstunde einer normalen Zweiwochenperiode, die Zahl der Rückzugsräume an der ganzen Woche — und dem Durchschnitt sollte man widerstehen: Den durchschnittlichen Tag gibt es nicht, und die beiden Tage, die es gibt, entscheiden über den Ruf der Etage.
An welchen Möbeln sollte man im Großraumbüro nicht sparen — und wo ist Zurückhaltung vertretbar?
Am Bürodrehstuhl und am höhenverstellbaren Tisch sparen kostet mehr, als es bringt, weil der Körper beide acht Stunden am Tag benutzt: Ein Stuhl mit vollständigen Einstellmöglichkeiten und ein Tisch, an dem man einen Teil des Tages im Stehen arbeitet, wirken gegen die Rückenbeschwerden, die in Deutschland zu den häufigsten Gründen für Fehltage gehören. Bei Stauraum und Containern ist die Wahl freier: Robustheit und Beweglichkeit zählen, die edle Oberfläche nicht. Akustikschirme werden nach gemessenen Werten gewählt, nicht nach Optik. Beistell- und Stehtische dürfen einfach sein, solange sie standfest sind. Die Regel lautet: investieren, wo der Körper das Möbel stundenlang berührt, zurückhalten, wo das Möbel nur den Raum ordnet. Ein seriöser Lieferant sagt Ihnen das, bevor Sie fragen — und stellt die Musterstühle zwei Wochen auf die Fläche, damit die Menschen abstimmen, die darauf sitzen werden.
Großraumbüro einrichten: in fünf Schritten vom Grundriss zur Abnahme
Fünf Schritte für ein Open Space, das die Arbeitsstättenregeln erfüllt — und trotzdem ein Ort ist, an dem man gern arbeitet. Für Facility Manager, Personalverantwortliche und Planer, die Konzentration und Zusammenarbeit auf derselben Etage unterbringen müssen und den Betriebsrat lieber am Anfang als am Ende am Tisch haben.
Flächen und Wege nach ASR A1.2 dimensionieren — vor der Möbelauswahl
Erst die Rechnung, dann der Katalog: Arbeitsplatzflächen, Verkehrswege und Abstände nach den Technischen Regeln auf den Grundriss legen und die realistische Kapazität des Geschosses ermitteln. Wer umgekehrt vorgeht, kauft Möbel für Arbeitsplätze, die es rechtlich nicht geben darf — und erfährt es bei der Gefährdungsbeurteilung. Erheben Sie parallel die tatsächliche Anwesenheit je Wochentag: Die Zahl der Tische bemisst sich am Spitzentag, nicht am Personalstand. Zeichnen Sie die Hauptwege zuerst — vom Eingang zu den Nachbarschaften, zur Kaffeeküche, zu den Besprechungsräumen — so, dass kein Weg hinter Stuhlreihen verläuft, und prüfen Sie die Breiten auch für Rollstuhl und Rollwagen. Aus dieser Rechnung ergibt sich die ehrliche Kapazität der Etage; alles, was darüber hinaus gewünscht wird, gehört in die Verhandlung über Ankertage, nicht in engere Tischreihen.
Betriebsrat und Belegschaft einbinden, solange der Plan noch Plan ist
Die Mitbestimmung ist keine Formalie am Ende, sondern ein Werkzeug am Anfang: Kriterien gemeinsam festlegen, Bedenken in Planungsvorgaben übersetzen, Zwischenstände zeigen. Fragen Sie jede Teamleitung, mit wem ihr Team stündlich arbeitet, wen es stört, wer Besucher empfängt, wer viel telefoniert und an welchen Tagen es im Haus ist; aus den Antworten entsteht die Karte der Nachbarschaften, die der Grundriss abbilden muss, und zugleich das Anwesenheitsmuster für die Tischzahl. Ein Projekt, das seine kritischsten Prüfer früh zu Mitgestaltern macht, verliert keine Monate in der Schlussphase — und eine Belegschaft, die gefragt wurde, zieht in die neue Etage ein, statt gegen sie zu arbeiten. Halten Sie die vereinbarten Kriterien schriftlich fest; sie sind später der Maßstab für die Abnahme.
Das Akustikkonzept vor der Möblierung festschreiben
Zielwerte definieren — Schalldruckpegel nach ASR A3.7, Nachhallzeit nach DIN 18041 — und die Absorptionsflächen einplanen, solange Decke und Wände noch verhandelbar sind. Markieren Sie die festen Lärmquellen auf dem Plan — Eingang, Kaffeeküche, Drucker, Türen der Besprechungsräume — und ziehen Sie eine Linie vom lautesten zum leisesten Punkt; entlang dieser Linie ordnen Sie die Funktionen: zuerst die Austauschzonen, dann die sprechenden Teams, zuletzt die Konzentrationsplätze, die auch das Tageslicht verdienen. Absorber gehören dorthin, wo gesprochen wird — hinter den Teamtisch, an die Wegkante —, nicht nur an die Decke über den stillen Plätzen. Akustik, die nachgerüstet wird, kostet doppelt und wirkt halb; Akustik, die mitgeplant wird, verschwindet unsichtbar in Deckensegeln, Schirmen und Stauraum.
Elektrifizierung und Technik ins Möbel legen, nicht auf den Boden
Benching mit integrierten Kabelkanälen, Anschlussfelder im Tisch, Monitorarme statt Gerätestapel — und die Zuleitungen mit der Haustechnik abgestimmt, bevor der Estrich zu ist. Legen Sie die Bodentanks nach dem Tischraster fest und nicht umgekehrt, sehen Sie an jedem Platz dieselbe Ausstattung vor — Monitor, Dockingstation, Strom —, damit niemand morgens früher kommt, um sich den guten Tisch zu sichern, und planen Sie die Rückzugsräume mit: eine Telefonbox in zwanzig Schritten von jedem Platz, ein Stehtisch in Sichtweite, ein kleiner Besprechungsraum je Nachbarschaft. Jedes Kabel, das heute über den Boden läuft, ist morgen eine Stolperstelle im Begehungsprotokoll und für immer ein Ärgernis im Alltag — und jede Telefonbox, die am Ende irgendwo Platz findet, steht am falschen Ort.
Pilotfläche in Betrieb nehmen, messen, dann erst ausrollen
Eine vollständige Zone mit einem echten Team besetzen — Tische, Stühle, Schirme, Schließfächer, eine Telefonbox —, einige Wochen arbeiten lassen und dann beides erheben: die Messwerte (Pegel, Nachhall) und die Erfahrung der Nutzer. Beobachten Sie, ohne einzugreifen: wohin die Schirme geschoben werden, welche Stühle eingestellt werden und welche nicht, ob die Box genutzt wird, wo man zum Reden stehen bleibt. Fragen Sie danach in fünf kurzen Fragen, was fehlt und was stört, und lassen Sie Betriebsrat und Fachkraft für Arbeitssicherheit die Pilotfläche mit abnehmen. Was auf der Pilotfläche klemmt, wird dort für kleines Geld korrigiert — auf dem fertigen Geschoss wäre es ein Nachtragsprojekt mit Vorgeschichte, und die Belegschaft hätte den Umzug bereits mit dem Fehler verbunden.