Vom Sessel zum Haushaltsgerät: Pierre Paulin und der Staatspreis von 1987
Zeichnen kann man alles, wenn man die Methode hat — das war die Überzeugung von Pierre Paulin. Nach den Jahren der berühmten Sitzmöbel gründete er ein Designbüro und arbeitete dort an ganzen Produktreihen für Calor und Tefal, also an Geräten, die nicht im Museum stehen, sondern in der Küche. 1987 erhielt er dafür den französischen Grand Prix national de la création industrielle, die staatliche Auszeichnung für industrielles Entwerfen; 1994 folgte die Ehrenlegion, 2004 der Titel eines Commandeur des Arts et des Lettres. Der Mann, der Schaum über Rohrrahmen spannte, wurde ausgezeichnet als Industriegestalter, nicht als Künstler.
Aus seinem Werk führt La Mercanti das Sofa Osaka: 1967 entworfen, von laCividina wieder aufgelegt, gerade und gebogene Module, für öffentliche Bereiche verstärkter Rahmen, schwer entflammbarer Schaum in unterschiedlichen Dichten. Empfang, Warte- und Loungeflächen bekommen damit eine Kurve, die kein Nachbau ist.